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Lehr-Lern-Philosophie

Haltung, Begründung, Rolle

Lernbiografie

Beruf, Lehre, CAS

Didaktische Werte

Woran ich Entscheidungen messe

Menschenbild

Wie ich Studierende sehe

Vorbilder

Orientierung in der Praxis

Entwicklungsziele

Beobachtbares Können im CAS

Werkstatt Selbstmanagement

Priorisieren, steuern, reflektieren

Lehr-Lern-Philosophie

Sinnkonstruktion

Ich verstehe Lernen als Sinnkonstruktion. Studierende bauen Wissen auf, indem sie es durchdenken, anwenden und mit eigenen Erfahrungen verknüpfen. Das folgt dem sozial-konstruktivistischen Lernverständnis (Vygotsky): Bedeutung entsteht in Interaktion, nicht durch passives Aufnehmen.

Struktur und Autonomie

Zugleich verbinde ich verlässliche Rahmen mit eigenständigem Entscheiden. Die Selbstbestimmungstheorie (Deci & Ryan) nennt Autonomie, Kompetenz und soziales Eingebundensein als Motivationsbedingungen. Diese drei Punkte gestalte ich in Lernumgebungen bewusst mit.

Aktivierung und Vorwissen

Aktivierung setze ich gezielt ein: Praxisbezug, Fallarbeit und Vorwissen zu Beginn einer Einheit. An Ausubel anknüpfend braucht neues Wissen Anker im Vorwissen. Studierende sollen von Anfang an mitdenken, nicht in die Zuhörerrolle gedrängt werden.

Meine Rolle als Lehrperson

Ich verstehe meine Rolle situationssensibel und bewusst vielschichtig: als Gestalter eines lernförderlichen Kontexts, als Wissensvermittler, Coach, Moderator und Vorbild, je nach Lernphase, Gruppengrösse und Lernziel. Manchmal strukturiere ich und gebe Orientierung, manchmal trete ich zurück und lasse Raum für Eigenaktivität.

Lernbiografie

Beruflich arbeite ich als Data & Systems Architect und unterrichte parallel Wirtschaftsinformatik. Lernen habe ich oft als Wechsel zwischen festem Rahmen und eigenem Spielraum erlebt: in der Praxis, in der Arbeit als EinOhm und jetzt im CAS Hochschuldidaktik MINT. Das Modul «Grundlagen des Lernens» ist die erste bestandene Station. Es hat gezeigt, wie stark Vorwissen und Motivation den Lernweg steuern. Diese Erfahrung fliesst in meine Lehre.

Didaktische Werte

Wenn ich eine Methode oder Aufgabe wähle, prüfe ich drei Dinge: Ist die Erwartung klar? Bleibt ein eigener Weg möglich? Dürfen Fehler sichtbar werden, ohne das Lernen zu stoppen? Beziehung und Sinn sind dabei keine Extra-Zutat, sondern die Bedingung, unter der Theorie und Anwendung zusammenfinden.

Menschenbild

Studierende sind Erwachsene mit eigenen Zielen, Vorwissen und begrenzter Zeit. Ich rechne mit Unterschiedlichkeit, nicht mit einer Standardfigur. Gute Lehre nimmt das ernst: sie gibt Orientierung ohne Entmündigung und fordert Leistung ohne Beschämung.

Vorbilder

Ich orientiere mich an Lehrenden, die schwierige Inhalte verständlich machen, ohne sie zu glätten, und die Studierenden zutrauen, selbst zu denken. Das sind weniger Heldenfiguren als Haltungen: genau beobachten, klar führen, rechtzeitig zurücktreten. Die theoretische Fundierung dazu liegt in der Lehr-Lern-Philosophie.

Entwicklungsziele

1 · Vorwissen aktivieren (Modul GdL / Neurodidaktik)

Kompetenzziel: Ich kann zu Beginn einer Lehrveranstaltung gezielt Vorwissen aktivieren und daraus den weiteren Lernweg ableiten. Umsetzung: Einstiegsfragen, kurze Aktivierungsaufgaben oder Mini-Fallbeispiele zu Beginn jeder Einheit; gezielte Nutzung von Concept Maps oder Vorwissen-Checks. Überprüfung: Reflexionsnotizen nach dem Unterricht; Rückmeldungen von Studierenden zur Einstiegsqualität; Abgleich mit der CAS-Zwischenevaluation.

2 · Struktur und Freiraum in Methoden (Modul 2)

Kompetenzziel: Ich gestalte Lernsequenzen, die klare Orientierung bieten und zugleich Raum für eigenständiges Arbeiten lassen. Umsetzung: Wechsel zwischen Input, Gruppenarbeit und Reflexion; transparente Aufgabenformate mit klaren Erwartungen und Wahlmöglichkeiten. Überprüfung: Beobachtung der Studierendenaktivität im Unterricht; Anpassung anhand von CAS-Praxisdemonstrationen und Peer-Feedback.

3 · Diversität, Rollen und Konflikte (Modul 3)

Kompetenzziel: Ich erkenne Gruppendynamiken und kann situativ moderieren, wenn Rollen unklar werden oder Konflikte entstehen. Umsetzung: Bewusste Rollenverteilung in Gruppenarbeit; klare Moderationsregeln; gezielte Intervention bei stockenden Diskussionen. Überprüfung: Reflexion nach Gruppenphasen; Austausch in CAS-Werkstätten; Rückmeldung von Studierenden zur Gruppenarbeit.

4 · Leistungsnachweise und Evaluation (Modul 4)

Kompetenzziel: Ich gestalte Leistungsnachweise, die Lernziele abbilden, und evaluiere meine Lehre evidenzbasiert. Umsetzung: Abstimmung von Aufgabenformaten mit Lernzielen; Nutzung von Zwischenfeedback; Kenntnis der relevanten hochschulischen Dokumente (Strategieplan, Lehr- und Lernrichtlinien inklusive Assessment, Sprachpolitik, KI-Policy). Überprüfung: CAS-Zwischenevaluation; Studierendenfeedback; Abgleich mit den Vorgaben, bei Unklarheiten gezielt bei Kolleg:innen und Studiengangsleitenden nachfragen.

Werkstatt Selbstmanagement

Im CAS wähle ich die Werkstatt Selbstmanagement, nicht Design Thinking. Dort vertiefe ich, wie ich als Lehrperson Priorisierung und Reflexion im Lehralltag stärke und wie ich Studierende dabei unterstützen kann, Lernprozesse bewusst zu steuern.

Für meine Lehre

Konkret heisst das: Lernziele klar kommunizieren, Zwischenschritte sichtbar machen und Studierende in die Planung ihrer Arbeit einbeziehen. Ich setze das um durch Lern-Tagebücher, strukturierte Reflexionspausen und sichtbare Meilensteine in der Projektarbeit.

Für mich als Lehrperson

Parallel prüfe ich mein eigenes Zeit- und Entscheidungsmanagement: Wie plane ich die Unterrichtsvorbereitung? Wo brauche ich feste Routinen, wo Beweglichkeit? Die Werkstatt hilft mir, diese Fragen systematisch zu bearbeiten und im Portfolio weiterzuverfolgen.